April 2026
Chronisch krank – was tun?
Das PDF „Chronisch krank – was tun?“ von Sibylle Dahrendorf ist eine persönliche Zusammenstellung aus Betroffenensicht und bündelt Informationen zu chronischen multisystemischen Erkrankungen und ihren möglichen Überschneidungen. Thematisiert werden unter anderem ME/CFS, Long Covid, Borreliose, MCAS, POTS, Small Fiber Neuropathie, Autoimmunität, Leaky Gut/SIBO, EDS/CCI, PostVac und Medikamentenschäden wie FQAD.
Die zentrale Botschaft:
Viele schwer chronisch kranke Menschen erleben nicht nur eine einzelne Diagnose, sondern komplexe Krankheitsmuster mit mehreren möglichen Triggern, überlappenden Beschwerden und massiven Auswirkungen auf Alltag, Teilhabe und Versorgung
Besonders deutlich wird die Kritik daran, dass solche Zusammenhänge in der medizinischen Praxis häufig nicht erkannt, nicht ausreichend verknüpft oder vorschnell psychologisiert werden. Das PDF macht aus Sicht einer Betroffenen sichtbar, wie dringend Ärzt*innen gebraucht werden, die Infektionen, Immunreaktionen, Mastzellen, Nervensystem, Bindegewebe, Darm, Dysautonomie und Medikamentenschäden gemeinsam denken.

Fluorchinolone werden dabei als ein möglicher Auslöser schwerer multisystemischer Beschwerden beschrieben – etwa im Zusammenhang mit mitochondrialen Schäden, Kollagen- und Bindegewebsproblemen, Neuropathien, Muskelschwäche und möglicher Mastzellaktivierung. Die Zusammenstellung ist damit keine Leitlinie, sondern eine betroffenenzentrierte Übersicht, die auf übersehene Muster aufmerksam machen und Orientierung geben möchte.

Februar 2025
Hinweis auf den Film „Chronisch krank – chronisch ignoriert“
Hinter dieser Zusammenstellung steht Sibylle Dahrendorf, selbst schwer Betroffene, die sich seit Jahren unermüdlich für mehr Sichtbarkeit von Complex Chronic Illnesses einsetzt. Sie weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, mit überlappenden multisystemischen Erkrankungen wie ME/CFS, POTS, CCI, MCAS, Small Fiber Neuropathie sowie Medikamentenschäden durch Metronidazol und Fluorchinolone zu leben – und gleichzeitig im medizinischen System kaum Hilfe zu finden.
Sichtbar wurde dieses Engagement auch durch den Dokumentarfilm „Chronisch krank – chronisch ignoriert“, den Sibylle Dahrendorf gemeinsam mit Daniela Schmidt-Langels realisiert hat. Der 90-minütige Film wurde am 25. Februar 2025 bei ZDF/ARTE ausgestrahlt und gibt Betroffenen, Angehörigen und Hinterbliebenen eine Stimme. Er zeigt eindrücklich, was chronische Multisystemerkrankungen im Alltag bedeuten können: den Verlust von Gesundheit, Teilhabe und Versorgung – aber auch den anhaltenden Kampf um Anerkennung, Wissen, Forschung und Würde. Der Film ist damit nicht nur eine Dokumentation über ME/CFS und Long Covid, sondern auch ein dringender Appell, komplexe chronische Erkrankungen endlich ernst zu nehmen.


„Was mit manchen Betroffenen in der Rehaklinik passiert ist, ist unsäglich. Es ist wirklich ein dunkles Kapitel der Medizingeschichte. Nur das Traurige ist, es ist heute noch aktuell.“
Carmen Scheibenbogen in „Chronisch Krank – Chronisch Ignoriert“
„Ich bin überzeugt davon, wenn man eine genaue Medikamentenanamnese machen würde bei den ME/CFS Patienten, dass man in vielen Fällen auf die Fluorchinolone stoßen würde, weil sie eben seit den 80er Jahren verschrieben werden wie saure Drops. Und der größte Skandal ist eigentlich die schiere Menge an Patienten, die betroffen sind.“
Stefan Pieper in „Chronisch Krank – Chronisch Ignoriert“
„…‘tschuldigung, Scheiß Erkrankung, wo man in all dem, was man gerne machen würde, massiv eingeschränkt ist, kann man sich auch noch anhören, dass man das alles irgendwie nur simuliert und einfach nicht hackeln mag. Und ich glaube, das macht es doppelt hart. Und dann ist es auch wenig überraschend, dass Suizid ein großes Thema leider ist, weil in so einer Situation zu stecken, wo die Ärzte sagen, Sie haben ja eh nichts oder sogar Leute wie ich, die sagen, sie haben was, aber ich kann es halt nicht perfekt behandeln, diese Perspektivlosigkeit auch zu sehen, dass forschungsmäßig viel zu wenig passiert und dann gleichzeitig auch null Unterstützung oft zu bekommen, das ist halt einfach wirklich heftig.“
Michael Stingl in Chronisch Krank – Chronisch Ignoriert
Ergänzend zum PDF und zum Film kann dieses Gespräch einen weiteren persönlichen Zugang zum Thema eröffnen. Im Mittelpunkt steht der Austausch zwischen Sibylle Dahrendorf und Talia Smith, die beide aus eigener Erfahrung über Fluorchinolon-Schäden, chronische Multisystemerkrankungen und den schwierigen Weg zu Anerkennung und Aufklärung sprechen. Das Video ergänzt die oben genannten Ressourcen um eine internationale Perspektive und zeigt, wie Betroffene weltweit versuchen, Sichtbarkeit zu schaffen, Wissen weiterzugeben und strukturelle Veränderungen anzustoßen.
Key Takeaways
Viele chronisch kranke Menschen leiden nicht an „einer einzelnen Diagnose“, sondern an komplexen, überlappenden Krankheitsmustern, die im medizinischen System noch immer zu oft nicht erkannt werden. Das PDF von Sibylle Dahrendorf bietet aus Betroffenensicht eine wichtige Orientierung zu solchen Zusammenhängen – von ME/CFS, MCAS, POTS und SFN bis hin zu Medikamentenschäden wie FQAD. Der Film „Chronisch krank – chronisch ignoriert“ macht zusätzlich sichtbar, was hinter diesen Diagnosen menschlich steht: schwere Einschränkungen, fehlende Versorgung, der Kampf um Anerkennung – und der dringende Bedarf, Complex Chronic Illnesses endlich ernst zu nehmen.






